Glossar

Zentrale Begriffe aus Unternehmensberatung, Führung, Veränderung und Personal – klar und kurz erklärt.

Unternehmensberatung
Unternehmensberatung ist die professionelle, externe Begleitung von Unternehmen bei strategischen, organisatorischen und operativen Fragestellungen mit dem Ziel, Entscheidungen zu verbessern und diese auch umzusetzen.
Change Management
Change Management umfasst alle Methoden und Maßnahmen, um Veränderungen in Organisationen wirksam zu planen, umzusetzen und zu verankern – von der Strategie über die Kommunikation bis zur Begleitung der betroffenen Menschen.
Zielentfaltung
Zielentfaltung ist tucores Methode, um Vision und Strategie konsistent bis auf die Ebene konkreter Aufgaben herunterzubrechen. Vision, Ziele, Meilensteine und Aufgaben werden klar verknüpft, sodass aus Strategie messbarer Fortschritt entsteht.
OKR (Objectives & Key Results)
OKR ist ein Rahmenwerk zur Zielsteuerung, bei dem ambitionierte Ziele (Objectives) mit messbaren Ergebnissen (Key Results) hinterlegt und in regelmäßigen Zyklen überprüft werden. OKR schaffen Fokus, Ausrichtung und Transparenz.
Führungskräfteentwicklung
Führungskräfteentwicklung verbindet Trainings, Coaching, Feedback und Organisationsentwicklung, um Führungskompetenzen aufzubauen und im Arbeitsalltag wirksam werden zu lassen.
Mitarbeiterbindung
Mitarbeiterbindung beschreibt alle Maßnahmen, die dazu führen, dass Mitarbeitende langfristig und engagiert im Unternehmen bleiben. Wesentliche Hebel sind Führung, Sinn, Entwicklung und Wertschätzung.
Fluktuation
Fluktuation bezeichnet die Rate, mit der Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen. Hohe ungewollte Fluktuation kostet Wissen, Geld und Stabilität; ihre häufigsten Ursachen liegen in Führung, Wertschätzung und Perspektive – seltener im Gehalt allein.
Employer Branding
Employer Branding ist die strategische Positionierung eines Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber nach innen und außen. Eine glaubwürdige Arbeitgebermarke zieht passende Fachkräfte an und stärkt die Bindung der Belegschaft.
Unternehmenskultur
Unternehmenskultur umfasst die gemeinsamen Werte, Normen und Verhaltensmuster einer Organisation. Sie prägt, wie zusammengearbeitet, geführt und entschieden wird, und ist ein zentraler Faktor für Bindung, Leistung und Veränderungsfähigkeit.
Organisationsentwicklung
Organisationsentwicklung ist die gezielte, systemische Weiterentwicklung von Strukturen, Rollen, Prozessen und Kultur, damit eine Organisation ihre Ziele wirksamer erreicht.
New Work
New Work bezeichnet moderne, sinnorientierte Arbeitsformen mit mehr Eigenverantwortung, Flexibilität und Beteiligung. Entscheidend ist die passgenaue Umsetzung im jeweiligen Unternehmen statt das Kopieren von Trends.
Performance Management
Performance Management umfasst alle Prozesse, mit denen Unternehmen Leistung planen, steuern und entwickeln – von der Zielvereinbarung über Feedback bis zur Leistungsbeurteilung. Wirksam ist es als Entwicklungs-, nicht als reines Kontrollinstrument.
KI-Beratung
KI-Beratung unterstützt Unternehmen dabei, künstliche Intelligenz dort einzusetzen, wo sie konkreten Mehrwert stiftet – von der Identifikation sinnvoller Anwendungsfälle (z. B. per KI Smart-Check) bis zur produktiven Umsetzung.
ESG
ESG steht für Environmental, Social und Governance (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) und macht Nachhaltigkeit für Unternehmen steuer- und messbar. ESG ist zunehmend relevant für Kunden, Mitarbeitende und Finanzierung.
Executive Coaching
Executive Coaching ist die vertrauliche, strategische Begleitung von Geschäftsführung und Top-Führungskräften. Es verbindet persönliche Entwicklung mit Fragestellungen der Unternehmenssteuerung auf höchster Ebene.
Key Player
Als Key Player gelten Führungskräfte und Mitarbeitende, die Schlüsselpositionen besetzen oder als zentrale Treiber auf die entscheidenden Stellhebel eines Unternehmens wirken. Ihre gezielte Entwicklung und Bindung hat überproportionalen Einfluss auf den Unternehmenserfolg.
Key Player Coaching
Key Player Coaching ist die fokussierte Begleitung von Schlüsselpersonen – mit fachlichem Sparring und Reflexion –, damit sie konsequent an den Zielen und den größten Hebeln des Unternehmens arbeiten können. Anders als das Executive Coaching, das auf Geschäftsführung und Top-Führung zielt, setzt es bei allen erfolgskritischen Leistungs- und Funktionsträgern an – unabhängig von der Hierarchieebene.
Kotter 8-Stufen-Modell
Das 8-Stufen-Modell von John P. Kotter beschreibt erfolgreiche Veränderung in acht Schritten: Dringlichkeit erzeugen, Führungskoalition bilden, Vision entwickeln, Vision kommunizieren, Hindernisse beseitigen, kurzfristige Erfolge schaffen, Erfolge ausbauen und Neues in der Kultur verankern.
ADKAR-Modell
ADKAR ist ein Change-Management-Modell von Prosci, das Veränderung aus Sicht des einzelnen Menschen in fünf Schritten beschreibt: Awareness (Bewusstsein), Desire (Wollen), Knowledge (Wissen), Ability (Können) und Reinforcement (Verankern).
Lewin 3-Phasen-Modell
Das 3-Phasen-Modell von Kurt Lewin beschreibt Veränderung in drei Schritten: Unfreeze (Auftauen – Bereitschaft schaffen), Change (Verändern – Neues einführen) und Refreeze (Verankern – das Neue stabilisieren). Es ist das Grundgerüst vieler späterer Change-Modelle.
Veränderungskurve (Kübler-Ross)
Die Veränderungskurve beschreibt die emotionalen Phasen, die Menschen im Wandel durchlaufen – von Schock und Ablehnung über das „Tal der Tränen“ bis zu Akzeptanz und Integration. Sie hilft Führungskräften zu verstehen, dass ein Stimmungs- und Leistungstief normal und überwindbar ist.
McKinsey 7-S-Modell
Das 7-S-Modell von McKinsey analysiert Organisationen anhand von sieben zusammenhängenden Elementen: Strategy, Structure, Systems, Shared Values, Skills, Style und Staff. Es prüft, ob diese „harten“ und „weichen“ Faktoren zueinander passen.
Lean Management
Lean Management ist eine Führungs- und Organisationsphilosophie mit Ursprung im Toyota-Produktionssystem. Ihr Kern ist, maximalen Wert für den Kunden bei minimaler Verschwendung zu schaffen – über Wertstromdenken, das Vermeiden von Verschwendung (Muda) und kontinuierliche Verbesserung (Kaizen).
Kaizen
Kaizen ist das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung in kleinen Schritten, getragen von allen Mitarbeitenden. Statt seltener Großprojekte zählt das tägliche, systematische Besserwerden an jedem Arbeitsplatz.
Verschwendung (Muda)
Muda bezeichnet im Lean Management jede Tätigkeit, die Ressourcen verbraucht, ohne Wert für den Kunden zu schaffen. Klassisch werden sieben Arten unterschieden: Überproduktion, Wartezeiten, Transport, Überbearbeitung, Bestände, Bewegung und Fehler – ergänzt um ungenutztes Mitarbeiterpotenzial.
Wertstromanalyse
Die Wertstromanalyse (Value Stream Mapping) bildet alle Schritte ab, die nötig sind, um ein Produkt oder eine Leistung zum Kunden zu bringen. Sie macht wertschöpfende und nicht-wertschöpfende Tätigkeiten sichtbar und zeigt Ansatzpunkte für schlankere Abläufe.
Six Sigma
Six Sigma ist eine datengetriebene Methode zur Qualitätsverbesserung, die Fehler und Streuung in Prozessen mit statistischen Werkzeugen reduziert – meist entlang des DMAIC-Zyklus (Define, Measure, Analyze, Improve, Control). Kombiniert mit Lean spricht man von Lean Six Sigma.
Drei-Kreis-Modell
Das Drei-Kreis-Modell (Tagiuri/Davis) erklärt Familienunternehmen als Überlappung dreier Systeme: Familie, Eigentum und Unternehmen. Konflikte entstehen oft dort, wo eine Person mehreren Kreisen zugleich angehört – etwa als Familienmitglied, Gesellschafter und Geschäftsführer.
Family Governance
Family Governance umfasst die Regeln und Gremien, mit denen Familienunternehmen das Zusammenspiel von Familie, Eigentum und Unternehmen ordnen – etwa eine Familienverfassung oder einen Beirat. Sie schafft Klarheit über Rollen und Entscheidungen und beugt Konflikten vor.
Hofstede-Kulturdimensionen
Die Kulturdimensionen nach Geert Hofstede beschreiben kulturelle Unterschiede anhand von sechs Dimensionen: Machtdistanz, Individualismus vs. Kollektivismus, Maskulinität vs. Femininität, Unsicherheitsvermeidung, Langzeit- vs. Kurzzeitorientierung sowie Genuss vs. Zurückhaltung.
High-Context / Low-Context
Das Konzept von Edward T. Hall unterscheidet Kommunikationsstile: In High-Context-Kulturen wird vieles indirekt und über den Kontext vermittelt, in Low-Context-Kulturen direkt und explizit. Treffen beide aufeinander, entstehen leicht Missverständnisse.
Psychologische Sicherheit
Psychologische Sicherheit (Amy Edmondson) ist die geteilte Überzeugung in einem Team, ohne Angst Fehler zugeben, Fragen stellen und widersprechen zu können. Googles Project Aristotle identifizierte sie als wichtigsten Faktor erfolgreicher Teams.
Tuckman-Phasenmodell
Das Phasenmodell von Bruce Tuckman beschreibt die Entwicklung von Teams in vier Phasen: Forming (Orientierung), Storming (Konflikte), Norming (Regeln und Vertrauen) und Performing (volle Leistungsfähigkeit).
GROW-Modell
GROW ist ein Gesprächsleitfaden für Coaching und coachende Führung. Die vier Schritte sind Goal (Ziel klären), Reality (Ist-Situation betrachten), Options (Optionen entwickeln) und Will (konkrete nächste Schritte festlegen).
Golden Circle
Der Golden Circle von Simon Sinek beschreibt drei Ebenen der Kommunikation und Führung: das Why (Warum/Sinn) im Zentrum, das How (Wie) und das What (Was). Kernidee „Start with Why“: Wirksame Führung beginnt beim Sinn, nicht beim Produkt.
Purpose
Der Purpose ist der übergeordnete Daseinszweck eines Unternehmens – das „Wofür“ jenseits des Gewinns. Er beantwortet, welchen Beitrag das Unternehmen für Kunden und Gesellschaft leistet, und gilt als einer der stärksten Treiber intrinsischer Motivation.
RACI-Matrix
Die RACI-Matrix ordnet jeder Aufgabe vier Rollen zu: Responsible (führt aus), Accountable (verantwortet/entscheidet), Consulted (wird befragt) und Informed (wird informiert). Sie schafft Rollenklarheit und verhindert Doppelarbeit und Verantwortungslücken.
EBITDA-Multiple
Ein EBITDA-Multiple ist ein Bewertungsmaßstab, bei dem der Unternehmenswert als Vielfaches des operativen Ergebnisses (EBITDA) bestimmt wird. Es ist im Mittelstand eine gängige Methode der Unternehmensbewertung bei Verkauf oder Nachfolge.
Due Diligence
Die Due Diligence ist die sorgfältige Prüfung eines Unternehmens durch einen Käufer vor einer Transaktion – finanziell, rechtlich, steuerlich und operativ. Ein transparentes, gut vorbereitetes Unternehmen besteht sie souverän; Lücken drücken den Preis.
Interim Management
Interim Management ist der befristete Einsatz einer erfahrenen Führungskraft, die für eine bestimmte Zeit eine Führungs- oder Schlüsselrolle übernimmt – mit voller Verantwortung und eigener Umsetzungskraft, etwa bei Vakanz, Restrukturierung oder Transformation.
Outplacement
Outplacement ist die vom Arbeitgeber finanzierte, professionelle Begleitung ausscheidender Mitarbeitender bei der beruflichen Neuorientierung. Es gestaltet Trennungen fair, schützt die Arbeitgebermarke und bewahrt das Vertrauen der verbleibenden Belegschaft.
Supervision
Supervision ist ein professionelles Beratungsformat zur Reflexion des beruflichen Handelns. Einzelne, Teams oder Gruppen betrachten begleitet ihre Arbeit, Rollen und Zusammenarbeit, um mehr Klarheit, Entlastung und Handlungsfähigkeit zu gewinnen. Sie ist keine Therapie.
Selbstführung
Selbstführung (Self-Leadership) ist die Fähigkeit, sich selbst bewusst zu steuern: eigene Ziele, Werte und Prioritäten zu kennen, mit Zeit und Energie hauszuhalten und Emotionen zu regulieren. Sie gilt als Voraussetzung dafür, andere glaubwürdig zu führen.
Transformation
Unternehmenstransformation ist tiefgreifender, ganzheitlicher Wandel über Strategie, Geschäftsmodell, Organisation, Kultur und Technologie hinweg. Anders als ein einzelnes Change-Projekt verändert sie das Unternehmen grundlegend und braucht Führung, Kultur und Ausdauer.
Regeneratives Wirtschaften
Regeneratives Wirtschaften geht über Nachhaltigkeit hinaus: Es will Systeme nicht nur weniger schädigen, sondern aktiv verbessern – mehr zurückgeben als entnehmen (naturpositiv). Ökologischer und sozialer Mehrwert wird Teil des Geschäftsmodells.
Kirkpatrick-Modell
Das Kirkpatrick-Modell bewertet die Wirkung von Weiterbildung auf vier Ebenen: Reaktion (Zufriedenheit), Lernen (Kompetenzzuwachs), Verhalten (Anwendung im Alltag) und Ergebnis (Geschäftswirkung). Jack Phillips ergänzte später eine fünfte Ebene, den ROI.
70-20-10-Modell
Das 70-20-10-Modell (Lombardo & Eichinger, Center for Creative Leadership) beschreibt, wie Lernen entsteht: rund 70 % durch reale Aufgaben (on the job), 20 % durch Lernen von anderen (Coaching, Mentoring, Feedback) und etwa 10 % durch formale Trainings. Die Zahlen sind Richtwerte, kein starres Gesetz.
9-Box-Grid
Das 9-Box-Grid ist ein Instrument des Talentmanagements, das Mitarbeitende in einem 3×3-Raster nach Leistung und Potenzial einordnet. Es hilft, Potenzialträger zu erkennen, Entwicklung gezielt zu steuern und Nachfolgen vorausschauend zu planen.
eNPS (Employee Net Promoter Score)
Der eNPS misst, wie wahrscheinlich Mitarbeitende ihren Arbeitgeber weiterempfehlen würden (Skala 0–10). Er errechnet sich als Prozentanteil der Promotoren (9–10) minus Anteil der Detraktoren (0–6) und reicht von −100 bis +100 – ein schneller, robuster Indikator für Engagement und Bindung.
Eisbergmodell
Das Eisbergmodell veranschaulicht, dass nur ein kleiner Teil von Verhalten sichtbar ist (Sachebene: Worte, Handlungen, Ergebnisse), während der weitaus größere Teil verborgen bleibt (Beziehungsebene: Werte, Annahmen, Gefühle, Beziehungen). Die Aufteilung ist eine didaktische Metapher, keine exakte Messgröße.
Zirkuläre Fragen
Zirkuläre Fragen sind eine systemische Fragetechnik, die zum Perspektivwechsel einlädt (z. B. „Was würde Ihr Team dazu sagen?“). Sie machen verdeckte Wechselwirkungen und Muster sichtbar, statt linear nach einer einzelnen Ursache zu suchen.
Reframing
Reframing (Umdeuten) ist eine Coaching- und Kommunikationstechnik, bei der eine Situation oder ein einschränkender Glaubenssatz in einen neuen, hilfreicheren Bedeutungsrahmen gestellt wird. So entstehen aus blockierenden Überzeugungen tragfähige Alternativen.
Impostor-Phänomen
Das Impostor-Phänomen (auch Hochstapler-Syndrom) beschreibt das Gefühl, den eigenen Erfolg nicht verdient zu haben und bald als „Betrüger“ aufzufliegen – trotz objektiver Kompetenz. Der Begriff geht auf die Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes (1978) zurück.
SMART-Ziele
SMART ist ein Kriterienkatalog für wirksame Ziele: spezifisch, messbar, attraktiv (erreichbar), relevant und terminiert. SMART-Ziele machen Vereinbarungen konkret und überprüfbar und sind ein Grundbaustein von Zielvereinbarung und Performance Management.